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Die Nothelfer-Kreuze

Gegenüber den Kreuzwegbildem stehen die 14 Nothelfer-Stationen. Die Medaillons auf den Stelen sind mit einem Kreuz gekrönt und tragen die Namen der 14 Nothelfer.

Die Heiligen wurden in Zeiten der Not immer um Hilfe angerufen; daher der Name Nothelfer. Eine besondere Gruppe sind die sog. 14 Nothelfer. Die Zusammenstellung dieser Namen geschah im 14. Jahrhundert in den Diözesen Bamberg und Regensburg. Die Verehrung breitete sich schnell im ganzen deutschen Sprachraum aus. Im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bamberg hat sie eine besondere Bedeutung erlangt.

Die 14 Nothelfer-Stationen auf unserem Kalvarienberg tragen folgende Inschriften:

1. HL. EUSTACHIUS, du herrliches Beispiel christlicher Geduld Er war nach einer Legende ein römischer Heerführer, der sich mit seiner ganzen Familie zum Christentum bekehrte und unter Kaiser Eadrian den Martertod erlitt.

2. HL. MARGARETHA, du siegreiche Blutzeugin für Christus Sie ist eine Märtyrin, die zu Antiochien in Pisidien ihr Leben für Christus hingegeben hat. Sie starb in der Verfolgung unter Kaiser Diokletian (um 300).

3. HL. VITUS, du Vorbild der Keuschheit
Er ist ein Märtyrer, der in der Verfolgung Diokletians in Sizilien hingerichtet wurde. Seine Reliquien ruhen im Kloster Corvey, sein Haupt wird im Veits-Dom in Prag verehrt.

4. HL. GEORG, du vortrefflicher Streiter für die Lehre Jesu
Der "Drachenkämpfer" war Soldat des römischen Heeres und wurde um 300 in Nikodemien enthauptet. In der Ostkirche wird er als " Großmärtyrer " verehrt.

5. HL. KATHARINA, du Weiseste der Weisen in der Lehre des Heils
Sie hat in der Zeit des Kaisers Maxentius (305 - 312) in Alexandrien das Martyrium erlitten. Nach einer Legende wurde ihr Leichnam auf den Berg Sinai gebracht, wo sie im Katharinenkloster besonders verehrt wird.

6. HL. CHRISTOPHERUS, du mächtiger Retter in der Gefahr Er ist der "Christusträger", der um 250 in Lykien die Krone des Martyriums erlangte. Er wird auch in unseren Tagen besonders verehrt als Schutzpatron für alle, die unterwegs sind.

7. HL. ERASMUS, du starker Helfer der bedrängten Witwen
Der Bischof von Antiochien in Syrien starb nach verschiedenen Folterungen im 4. Jahrhundert in Kampanien. Er hat mutig den Glauben an Christus verkündet.

8. HL. ACHATIUS, du großer Verehrer des Kreuzes Christi
Er ist ein Soldaten-Märtyrer, der im 2. Jahrhundert unter Kaiser Hadrian auf dem Berg Ararat mit Domen gepeitscht und dann gekreuzigt worden ist.

9. HL. PANTALEON, du Bekehrer zum wahren Glauben
Er ist nach vielen Peinigungen in der Verfolgung des Kaisers Maximian um 305 zu Nikodernien in Kleinasien als Märtyrer gestorben. Reliquien von ihm ruhen in der St.-Pantaleon-Kirche zu Köln.

10. HL. AEGIDIUS, du Verachter zeitlicher Güter
Er lebte im 8. Jahrhundert als Einsiedler in der Provence. Er starb als Abt eines Klosters, das am Pilgerweg nach Compostela liegt. Er ist der einzige unter den 14 Nothelfern, der nicht als Märtyrer gestorben ist.

11. HL. CYRIAKUS, du Schrecken der bösen Geister
Er hat unter Kaiser Diokletian um 304 in Rom das Martyrium erlitten. Besondere Verehrung fand er in Barnberg, Worms und im Elsass.

12. HL. BARBARA, du beste Trösterin der Sterbenden
Sie ist eine jungfräuliche Märtyrin, die in der Verfolgung unter Kaiser Maximinius gestorben ist. Die Barbara-Zweige im Advent erinnern an diese Heilige.

13. HL. BLASIUS, du wunderbarer Arzt der Kranken
Der Bischof von Sebaste in Armenien wurde unter Kaiser Licinius um 316 enthauptet. Der Blasius-Segen am 3. Februar zeigt auch heute noch die Beliebtheit dieses Märtyrers.

14- HL. DIONYSIUS, du glühendes Licht der Gläubigen Der Glaubensbote, der im 3. Jahrhundert in Gallien wirkte, erlitt in Paris den Märtyrertod. Er wurde zum Patron des fränkischen Reiches erwählt.


GLAUBENSZEUGEN UNSERER TAGE

Bei der Renovierung des Kreuzweges wurden die Nothelfer-Stelen neu gestaltet, wobei die Namen und Deutungen der 14 Nothelfer auf den Medaillons so übemommen wurden, wie sie ursprünglich geschrieben waren.

Auf der Rückseite der Medaillons aber wurden die Namen von Christinnen und Christen eingraviert, die in unserer Zeit als Zeugen des Glaubens gelebt und gewirkt haben.

Sie hatten in verschiedenen christlichen Konfessionen ihre Heimat und haben alle auf ihre Weise Jesus Christus als den Gekreuzigten und Auferstandenen bezeugt. Die einzelnen Begriffe unter den Namen sollen das besondere Wirken dieser "Heiligen" unserer Tage unte streichen.

Die hier abgedruckten Worte der Glaubenszeugen sind als Meditationstexte gedacht für alle, die den Kreuzweg Jesu Christi im Geist und an der Hand dieser Frauen und Männer gehen und beten möchten.

Kreuzweg auf dem Kalvarienberg

Der Kreuzweg in Bad Laer (im Volksmund Kalvarienberg genannt) geht auf die Initiative des Schulvikars Mathias Sommer zurück. Im Jahre 1857 hat er zusammen mit Schulkindern die ersten Arbeiten begonnen. Es wurden zunächst nur einfache hölzerne Stationskreuze auf dem von Landwirten geschenkten Boden aufgestellt, die einige Jahre später durch die plastischen Bilder des Bildhauers Prang aus Münster ersetzt wurden.

Am Aufgang des Kreuzweges wurde im Jahre 1860 eine Kapelle errichtet, in der das Geschehen am Ölberg dargestellt ist. Im Giebel der Kapelle stehen die Statuen der Gottesmutter Maria (Patronin von Laer), des hl. Antonius (Patron von Remsede) und des hl. Leonard (Patron der Bauern).

Zur Finanzierung des Kreuzweges und der Kapelle haben wesentlich Menschen beigetragen, die von Laer nach Amerika ausgewandert waren. Eine Gedenktafel am Sockel der Ölbergplastik erinnert daran.

Im Jahre 1930 wurde am Ende des Kreuzweges die Kalvarienberg-Gruppe (Maria und Johannes unter dem Kreuz) aufgestellt. In dem davor liegenden Steinrondell ist das Relief eines Verkündigungsengels angebracht. Die eingemeißelten Worte versprechen jedem Kreuzträger auf Erden die Krone des Lebens im Himmel:

„Christus König beut (bietet) als Lohn
für das Kreuz die ewge Kron.“


Der Ort des Kreuzweges auf dem Loh in der Laerer Heide ist von geschichtlicher Bedeutung. In germanischer Zeit war hier eine heidnische Kult- und Gerichtsstätte. Nach der Christianisierung wurde hier eine Kapelle gebaut. Im Laufe der Jahrhunderte ist sie in unruhigen Zeiten oft zerstört, aber immer wieder aufgebaut worden. Sie war für die Menschen aus Laer und der Umgebung ein beliebter und gern besuchter Ort des Gebetes. Im Jahre 1802 aber hat man die Kapelle als "lästiges Verkehrshindernis" endgültig beseitigt.

Gegenüber dem Aufgang zum Kreuzweg steht an der Straße das sog. "Buschkotten-Kreuz". Es wird überragt von einer mehrhundert-jährigen Linde. In die Krone dieses Baumes wurde in früherer Zeit bei Prozessionen für den Prediger eine Kanzel gebaut. Daher stammt der noch heute gebrauchte Name " Predigerlinde ".

Nach alter Überlieferung soll ein Buschkotten Sohn aus Müschen auf seiner Wallfahrt- zur Gottesmutter von Telgte an diesem Ort geruht und das Versprechen gegeben haben, hier ein Kreuz zu errichten, wenn er von seiner schweren Krankheit geheilt werde. Heilung und Versprechen sind erfüllt worden.

Am Fuße des Kreuzes stehen die mahnenden und ermunternden Worte:

„Wanderer, bist du müd und matt,
Ruhe aus an diesem Ort.
Blicke auf zu dem,
Derfür dich gelitten hat.
Dann setze deine Reise munterfort.
Wer reuig blickt zum Kreuz hinauf,
Vollendet gut den Lebenslauf“


Im Jahre 1992 haben Mitglieder der Kirchengemeinde Mariä Geburt einen Förderverein gegründet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kalvarienberg und das Buschkotten-Kreuz zu pflegen, notwendige Renovierungen vorzunehmen und für die kommenden Generationen zu erhalten.

Den Kreuzweg fnden Sie im Ortsteil Hardensetten an der Glandorfer Straße,
die von Bad Laer nach Glandorf führt. Hier ein Lageplan.

Es gibt ein Gebetsheft für unseren Kreuzweg, das im Schriftenstand der Kirche ausliegt und dort zum Preis von 2,50 €/Stck. erworben werden kann.

Hier können Sie das Heft ansehen.